DIE SCHLUSSRUNDE DER SPITZENKANDIDATEN BESCHÄFTIGT TWITTER

Am Donnerstag, den 21. September, war die Schlussrunde der Spitzenkandidaten ein wichtiges Thema bei Twitter. Aber auch auf die Nachfrage nach den beiden nicht anwesenden Kanzlerkandidaten werfen wir vor der Wahl einen letzten Blick.

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Erklärung: Unsere Tabelle zeigt die zehn am häufigsten verwendeten Tweets rund um die Bundestagswahl. Diese mussten entweder eine der Parteien, den Wahlhashtag #BTW17 oder die Spitzenkandidaten erwähnen. Auf diese Weise kamen am Donnerstag (21. September) 216.733 Tweets zusammen. Die Prozentangaben berechnen wir mittlerweile in Relation zu allen analysierten Tweets. Davon haben z.B. 6.773 das Hashtag #Schlussrunde enthalten, was einem Gesamtanteil von 3,1 Prozent entspricht.


Groß war gestern Abend das Interesse an der Schlussrunde der Spitzenkandidaten, die gemeinsam von Tina Hassel (ARD) und Bettina Schausten (ZDF) moderiert wurde. Zu Gast waren die Spitzenkandidaten der Linken (Sahra Wagenknecht), der Grünen (Katrin Göring-Eckardt), der FDP (Christian Lindner), der AfD (Alexander Gauland) und der CSU (Joachim Herrmann). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Herausforderer Martin Schulz (SPD) waren der Einladung nicht nachgekommen und ließen sich in der Runde von Ursula von der Leyen bzw. Manuela Schwesig vertreten. Die Diskussionen auf Twitter reichten dabei von Häme gegenüber den teilnehmenden Politikern bis zu inhaltlichen Auseinandersetzungen und halten unter #Schlussrunde auch heute noch an.

Debatte um Klimapolitik

Besonders scheint das Thema Klimawandel zu polarisieren: AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland argumentiert in der Sendung, dass Deutschland sich nicht für die CO2-Reduktion stark machen brauche, weil es nur für zwei Prozent der weltweiten Emission zuständig und 95 Prozent davon nicht menschgemacht seien. Der deutsche Anteil von ca. zwei Prozent ist zwar korrekt, dass aber 95 Prozent des Ausstoßes nicht menschgemacht sei, lässt sich nur behaupten, wenn man die Photosynthese unterschlägt. Das erklärte bereits ein MDR-Faktencheck im Juli.

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Auf Twitter wurde die Debatte um den Klimaschutz aber aufgegriffen und aus allen Richtungen weiter diskutiert. Auch die Zuschauer in Sachsen wollten sich offensichtlich noch während des TV-Duells informieren, wie der rasante Anstieg von Suchanfragen nach “CO2” am späten Abend zeigt.

Merkel vs. Schulz bei Twitter

Wie schon erwähnt, waren die beiden Spitzenkandidaten von CDU und SPD der Einladung nicht gefolgt. Dennoch wollen wir uns in unserer letzten Auswertung vor dem Wahlsonntag nochmal mit dem Vergleich von Kanzlerin und Herausforderer beschäftigen.

In unserer Analyse der häufigsten Hashtags tauchte #Merkel regelmäßig weit vorne auf, während #Schulz bzw. #MartinSchulz nur dann eine Rolle spielte, wenn er einen großen Auftritt im Fernsehen hatte. Für diese Diskrepanz können wir verschiedene Gründe ausmachen: Zum einen wurden viele Tweets, die sich kritisch zur Bundesregierung äußerten, mit #Merkel versehen, eher seltener auch mit #Schulz. Ein weitaus entscheidenderer Grund ist aber die größere Rolle, die Angela Merkel durch ihr Amt in der Welt spielt. Sehr viel häufiger finden sich unter #Merkel internationale Tweets, darunter viele Zeitungsberichte aus aller Welt, in denen die deutsche Kanzlerin eine Rolle spielt. Auch ein Blick auf Google Trends gibt darüber Aufschluss.

Merkel vs. Schulz bei Google

Schaut man sich die weltweiten Suchanfragen nach den beiden Kandidaten an, ist das größere Interesse an Angela Merkel offensichtlich.

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Mit der Erklärung seiner Kanzlerkandidatur im März steigt auch das weltweite Interesse an Martin Schulz, bleibt aber auch in der Folge weit hinter dem an der Kanzlerin zurück. Angela Merkel kann sich nämlich, anders als ihr Herausforderer, auf der Weltbühne präsentieren: Der größte Ausschlag im Frühjahr ist der Besuch der Kanzlerin bei US-Präsident Trump im März. Interessant am weltweiten Vergleich ist aber auch, wie das Interesse an beiden im Wahlkampf steigt, mit dem TV-Duell als Höhepunkt.

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Betrachtet man nur die Suchanfragen aus Sachsen, ist der Vorsprung der Kanzlerin zwar ebenfalls vorhanden, aber nicht ganz so groß. Auch hier ist zu erkennen, dass das durch die Kanzlerkandidatur entstandene Interesse an Martin Schulz schnell wieder nachließ und erst zur heißen Phase des Wahlkampfes wieder anstieg.

Text: Alexander Eckstein/Steffen Konrath

Grafik 1: MDR SACHSEN
Grafiken 2, 3 und 4: Screenshot Google Trends, 22.09.2017

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