SPD: COMEBACK OHNE PARTY

Die deutschen Medien suchen nach der Bundestagswahl noch immer nach Erklärungen für das zweistellige Ergebnis der AfD. Damit bleibt die Partei auch am vierten Tag nach der Wahl das Gesprächsthema schlechthin. Und auch die SPD schafft es unter die Topthemen – jedoch anders als von ihr erhofft.

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Die SPD, die sich nach dem Wahldebakel klar für die Rolle in der Opposition entschieden hat, ist in unserer Analyse überraschend als Thema aufgetaucht. Bot die Partei in den Vormonaten nur wenig Gesprächsstoff bei Twitter, so hat sich das nach der Wahl deutlich geändert. Das Gesprächsvolumen hat sich im Vergleich zum Zeitraum vor der Wahl nahezu verdoppelt. Dazu hat insbesondere die Personalie Nahles beigetragen.

Die neue SPD-Fraktionsschefin Andrea Nahles ist in die Top 10 aufgerückt – vermutlich jedoch nicht so, wie sie es sich gewünscht hat. Ihre auf dem Flur des Bundestags gemachte Äußerung “Ab morgen kriegen sie in die Fresse!”, die sich auf die zukünftige Bundesregierung bezog, hat ein enormes Presseecho ausgelöst und ihr eine große Aufmerksamkeit auf Twitter und in den Medien beschert. Ähnlich wie bei den Tweets mit dem Hashtag #SPD überwiegt bei den Tweets mit dem Hashtag #Nahles inhaltlich ein negativer Tenor. Nahles hatte in einem späteren Interview mit der ARD ihre Äußerung abgemildert und in einen Kontext gesetzt.

Die Twitter-User diskutierten dennoch – insbesondere im Zusammenhang mit der vom AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland getätigten “Wir werden sie jagen”-Aussage – über eine Doppelmoral in den politischen Statements.

Spekulationen und Ursachenforschung

Auch der Austritt von Frauke Petry aus der AfD-Fraktion sorgte für Diskussionsstoff nach der Bundestagswahl. Die User fragen sich, was #Petry vor hat. Es wird spekuliert, wie viele Abgeordnete die bisherige AfD-Vorsitzende mitnehmen könnte. Zur Popularität als Gesprächsthema hat aber nicht nur ihr Austritt aus der AfD-Fraktion, sondern auch ihr Auftritt in der TV-Senundung “Maischberger” beigetragen.

Die #CSU findet sich neuerdings ebenfalls unter den Top 10, aber hier vor allem auf der Basis des für die bayerischen Partei katastrophalen Wahlergebnisses und der daraus resultierenden Ursachenforschung und Standortbestimmung. Überraschend weniger im Mittelpunkt steht die #Jamaika Lösung.

Derzeit muss man sich die Frage stellen, wann in den sozialen Medien in der politischen Auseinandersetzung wieder über Themen und Inhalte, statt über Parteien und deren Protagonisten diskutiert wird?

Text: Steffen Konrath
Grafik: MDR SACHSEN

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